OS-Watch: Das Trio!


Linux Mint 5 „Elyssa“ (Xfce) habe ich also nunmehr in die „Produktion“ übernommen. Dadurch wurde die Experimentalplatte natürlich wieder frei . . . . was könnte man da wohl diesmal draufklatschen?

Der Zufall (oder sonstwer . . .) wollte es, dass mir eine Beta von MS Windows 7 in die Hände fiel (oder so ähnlich . . .). Was nun folgte, war die unvermeidbare Fragestellung: wie würde sich dieses OS auf meinem ThinkPad R50e (Celeron 1,3 MHz; 512 MB RAM; Intel Grafik on Board; 4200 rpm) wohl schlagen? Würde sich die Gerätschaft überhaupt zum Booten bewegen lassen? Was sind die Ergebnisse eines Duells zwischen einer zwei Jahre alten MS Windows XP SP3-Installation, Linux und einem frisch installierten MS Windows 7 Beta?

Die Installation von der DVD verlief reibungslos und mit nur minimalen Eingriffen. Währenddessen wurden auch bereits erste Updates gedownloadet.  Leider gibt es von Windows keine Live-Versionen, die einen Check ohne vorherige Installation ermöglichen . . .

Nach dem ersten Start wurde nach Treibern gesucht und recht bald war klar: schneller wurde meine Rodel nicht 🙂
Die gefühlte Geschwindigkeit lag bei der Hälfte des Gewohnten. Das wollte ich genauer wissen und warf die Systemsteuerung an und langte nach der Stoppuhr. Was war das Ergebnis der Messungen? (Speedkings unter euch bitte die folgenden Zahlen einfach überlesen . . . )

Das System belegt auf der HD . . .
1) Linux Mint „Elyssa“: 2.5 GB (inkl. Bildbearbeitung, Office, blablaba . . )
2) MS Windows XP SP3: 4,5 GB
(inkl. Bildbearbeitung, Office, blablaba . . )
3)
MS Windows 7 Beta: 6 GB (ohne zusätzliche Installationen und ohne Restore-Point)

Das System benötigt im Ruhezustand Arbeitsspeicher in der Höhe von . . .
1) Linux Mint „Elyssa“: 177 MB
2) MS Windows XP SP3: 285 MB
3)
MS Windows 7 Beta: 311 MB

Vom Booten über Anmelden am Rechner bis zur Anlage eines *.txt-Files auf dem Desktop vergingen (wie schaut der Unterschied wohl mit einem installiertem Office-Paket aus?) . . .
1) MS Windows XP SP3: 75 sec.
2) Linux Mint „Elyssa“: 92 sec.
3)
MS Windows 7 Beta: 119 sec.

Vom Starten des Browers bis zum Ende des Ladens der Startseite „derstandard.at“ dauerte es . . .
1)
MS Windows 7 Beta: 18 sec. (Internet Explorer)
2) Linux Mint „Elyssa“: 21 sec. (Firefox)
3) MS Windows
XP SP3: ? (IE ist dort „deinstalliert“ und mein FF streikte . . . )

Die Zeitspanne vom Booten und Anmelden bis zum Leerlauf des Rechners betrug . . .
1)
MS Windows 7 Beta: 110 sec.
1) Linux Mint „Elyssa“: 110 sec. (allerdings inkl. manueller Auswahl des OS infolge Dualboot und Autostart von Skype)
2) MS Windows XP SP3: 120 sec. (allerdings inkl. manueller Auswahl des Users und Autostart von Skype)

Surprise, surprise . . . .  😮

Es stellt sich daher die Frage, ob das offensichtlich subjektive Zeitempfinden seine Wurzel im responsiveren Verhalten von Linux Mint hat . . . i waas es ned . . . 😉

Nach diesen – sicher mit einem gewissen Maß an Ungenauigkeit und Dilletantismus aufgezeichneten Werten – was lässt sich sonst noch über MS Windows 7 Beta sagen?
– Das Schriftbild meinen Bedürfnissen anzupassen (ich mag diese verwaschene Suppe nicht) gelang lediglich für Browserinhalte und Dokumente;

– Wie bei MS üblich, wurde dem OS keine „gscheite“ Anwendungssoftware beigepackt, es gibt kein zentrales Repository, wo diese bezogen werden kann, weiterhin werden Mülldateien erzeugt, die der manuellen (!!) Bereinigung harren, die Vornahme von Defragmentierungen ist weiterhin erforderlich, . . .
– Es erkannte *.pls-Dateien (Musikstreaming via Shoutcast) nicht und führte mich im Anschluss an meinem erfolglosen Hörversuch zu einem „Partnerunternehmen“, der mir sein Registrierungsbereinigungsprogramm aufschwatzen wollte!
Nicht nur, dass das dieses Problem (natürlich) nicht löst, empfinde ich das Verhalten als sensationell ungustiös 😮
– Die Wahl eines anderen Bildschirmschoners wurde mir unter Hinweis auf meine Grafikkarte verunmöglicht: Leute, soll ich euch zeigen, was alles mit dieser Graka möglich ist?

Meine persönliche Conclusio:
Wenn jemand MS Windows braucht (oder glaubt zu brauchen), dann lässt die Vorabversion vermuten, dass im Gegensatz zu Vista der Grad des „Nervens“ (auch infolge eines verbesserten UAC) geringer ausfallen wird. Der vieler Orten gepriesene Leistungsschub wird nicht stattfinden, jedoch lassen sich Optimierungen im Vergleich zu Vista ausmachen (Arbeitsspeicher, Installationsgröße, UI).
Alle, die Vista installiert haben, besitzen die technische Voraussetzung, dass Seven auf vorhandener Hardware gut (maybe sogar performanter) laufen wird. Ein Wechsel bedeutet: nochmals die Börse zücken 😦
Jene die mit XP werken, können (ohne Nachteil) entweder dabei bleiben oder haben (höchstwahrscheinlich) beim zukünftigen Umstieg die besseren Karten als beim Umstieg auf Vista.

Und für alljene, für die Fortschritt bedeutet, mit begrenzten Ressourcen besser das Auslangen zu finden und nicht, sie durch als Innovation getarnte Behübschungen zu vernichten . . . . für die war schon vorher alles klar, oder?

kutschekutsche1kutschenfahrtburgenland

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