Die kaputte Glühlampe und das Internet


Als „früher“ die letzte Glühlampe ohne unmittelbaren Ersatz zuhause ausfiel (ich gebe zu, das ist schon ein bisschen her), war es noch ganz einfach: auf dem Rückweg vom Arbeitsplatz gab es dutzende Geschäfte, das Teil am kommenden Tag zu besorgen. Und die Entscheidung fiel schwer zwischen dem Preis – 50 Cent oder doch um 80 Cent? – mattiert oder nicht, welcher Hersteller, etc. zu wählen.

Nun, die zunehmende Digitalisierung hat auch hier für Abhilfe gesorgt: die Hartwaren- und Haushaltszubehörgeschäfte sind Geschichte, ob der nächste Supermarkt den Leuchtkörper führt ist zumindest unsicher.

Aber Gott-sei-Dank fallen mir dann doch zwei mögliche Orte des Erwerbs in der Nähe ein: ein Heimwerkermarkt und einer dieser großen Unterhaltungselektronikläden. Dem Internet sei Dank also gleich mal nachgesehen, mit welcher Auswahl der Konsument nun verwöhnt wird!

Die Suche bei beiden Anbietern endet mit überschaubarem Ergebnis, da lediglich je ein Produkt – mittlerweile mit Halogentechnik – angeboten wird. Der Preis ist beim Baumarkt € 2,69, beim Elektromarkt „nur“ € 2,- für je 1 Lampe. Sehen so Verbesserungen aus?

Somit ist klar, wo eingekauft wird, Heureka! Sehr zu meinem Erstaunen wird auch der kostenfreie Versand angeboten, cool, warum noch hinlaufen?

Ich bestelle daher sogleich und werde währenddessen informiert, dass die Abwicklung 1 – 3 Tage dauert. Bezahlt wird via PayPal, eine Mail erreicht mich kurze Zeit später als Bestätigung sowohl vom Elektronikladen als auch von PayPal. Gut, ist ja nicht so zeitkritisch…

Am zweiten Tag erhalte ich eine Nachricht zur möglichen  Sendungsverfolgung, des Morgens wurden die Daten der Post übergeben. Aber nicht die Ware.
Auch nicht bis zum Vormittag des dritten Tages. Dafür geschieht ab Mittag der Rest, inklusive Zustellung an eine Ersatzadresse. Klar, bin im Bergwerk und nicht @home…

Mittlerweile noch 2 weitere Mails des Händlers, die Versandbestätigung und eine Widerrufsbelehrung.

Ich hole mir also meine exklusive neue Halogenglühlampe bei der  Nachbarin mehrere Stockwerke oberhalb von uns ab und frage mich: was ist an diesem Ablauf jetzt einfacher geworden? Was schneller? Kostet das alles – PayPal, Versand, Infrastruktur – dem Händler wirklich weniger als die Abholung? Ist die Zustellung echt nachhaltiger in Hinsicht auf die Ressourcenschonung und die eingesetzte Energiemenge?

Ich zweifle daran, Cheers!

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Österreich, die Wirtschaft und eine Plaudertasche


Franz Schellhorn wurde es also im Profil ermöglicht, (s)einen Gastkommentar abzugeben. Als Thema suchte er sich den eben abgetretenen Bundeskanzler sowie den Zustand seines Heimatlandes aus. Bisher hatte ich mich noch nicht für diesen Herrn, der sich als „Wirtschaftsfachmann“ ausgiebt, interessiert, auch seine „Agenda Austria“ war mir – ich will ehrlich bleiben – noch unbekannt. Und zu unserem ehemaligen Bundeskanzler kann man stehen wie es beliebt, so wie zu anderen noch oder nicht mehr amtierenden Politikern auch…

Herr Schellhorn bezieht sich in seiner Replik hauptsächlich auf die „Lektüre von Lingens‘ Beitrag“ , der ihm offensichtlich zu „faymannfreundlich“ war. Nach etlichen Rundumschlägen (bekam er ein Zeilenhonorar?) jedoch wird der geduldige Leser seines Beitrags endlich mit Fakten belohnt – hurra!

Zitat: „… ab dem Jahr 2012 war die Luft draußen. Österreich fiel immer weiter zurück, im abgelaufenen Jahr sind mit Finnland und Griechenland nur zwei EU-Volkswirtschaften schwächer gewachsen als Österreich.“
Ui, schlecht abgeschrieben, von „Heute“ vielleicht? In der Aufzählung fehlt Italien, wie schön auf einer Grafik der WKO  ersichtlich. Aber egal, wir wollen ja nicht kleinlich sein, aber was definitiv manipulativ ist, ist die Tatsache des Ausblendens des Wertes von 2013, wo wir uns exakt im EU-Schnitt bewegten und, huch, auch das unglaublich ehrgeizige Deutschland nicht besser war. Und 2016 gehts scheinbar weiterhin ganz arg bergab, da werden uns nur Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland und Italien beneiden.

Zitat: „Nach 7,5 Jahren… steht Österreich mit… Rekordarbeitslosigkeit da…. Die Arbeitslosigkeit ist seither um die Hälfte gestiegen, in Deutschland ist sie fast im selben Ausmaß gesunken.“
Nun, keiner von uns hat Hrn. Schellhorns Konzern- und Firmenchefs verboten, mehr Arbeitnehmer einzustellen, oder? Und vor allem: Deutschland das gelobte Land, Österreich wird zur wirtschaftlichen Bananenrepublik? Also wieder her mit einer Statistik der WKO, einem Verein, der Hrn. Schellhorn sicher ausreichend hofiert. Was sehen wir dort: seit Bestehen der Zahlenreihe unterbieten wir den EU-Schnitt um ca. 50 % und erst seit 2013 schlägt sich der große Bruder besser, wenn auch nicht erheblich…

Zitat: „Dabei klafft im staatlichen Pensionssystem Jahr für Jahr ein Finanzierungsloch… Sieht so eine geniale Wirtschaftspolitik aus?“
Hui, alles einem einzigen Akteur einer kleinen Republik im vernetzten globalen Dorf umzuhängen, ja, das kann was! Also, ich muss jetzt hier nicht der Verteidiger eines Politikers sein, dessen Parteibuch ich (auch) nicht habe, aber lassen wir an dieser Stelle doch mal das von Hrn. Schellhorn favorisierte Deutschland in Form einer Studie zu Wort kommen:
„Resümee:
In den Schlussfolgerungen der Studie wird für Deutschland eine intensive Beschäftigung mit dem österreichischen Weg der Alterssicherung empfohlen. Die Erfahrungen zeigen, dass eine starke öffentliche Alterssicherung bessere Ergebnisse bringt.“

Zitat: „Fachkräfte bietet der Arbeitsmarkt nicht in ausreichendem Maße an;…“
Na endlich, das sitzt – oder doch nicht? Über Motiv und Argumentation einer solchen Behauptung klärt Wikipedia auf. Natürlich rauscht dieses immer wieder vorgetragene Phänomen auch durch den Blätterwald, so wie hier zum Beispiel Mitte Februar dieses Jahres:
„Wissen: Mangelberufe
Das AMS definiert jedes Jahr sogenannte Mangelberufe. Als solche gelten Berufe, für die pro gemeldeter offener Stelle höchstens 1,5 Arbeitssuchende vorgemerkt sind. 2009 gab es noch mehr als 60 Mangelberufe, die aktuelle Liste des Bundes-AMS umfasst nur mehr acht:…“

Tja, was bleibt nun hängen von den Argumenten des Herrn „Wirtschaftsfachmanns“? Bei mir nur heiße Luft sowie die Eingangs- und Ausgangszitate seiner Seitenverschwendung: „In diesem Land gibt es eine ganze Reihe nicht sonderlich sympathischer Sitten.“ Würde diese/seine Expertise hierzulande wirklich jemanden fehlen, der halbwegs bei Verstand ist?

Es ist halt nur ein Jammer, dass ich mit meiner Erkenntnis so spät dran bin, DIETAGESPRESSE wusste das schon vor drei Jahren 😀

Wege aus der Krise (nicht nur für AT gültig…)


Dieses Papier möchte ich all jenen an’s Herz legen, die so wie ich ihre Zweifel daran haben, dass Massensteuern und soziale Einsparungen diese (und andere) Krisen der derzeitigen Wirtschaftsordnung in Luft auflösen.

Fundierte Information eines Zusammenschlusses kritischer Gruppen, mit deren Zielen ich mich sehr gerne identifiziere und die sich hier näher vorstellen!

Die „soziale Hängematte“ und andere Gschichtln aus AT


Um die Budget- oder sonstige Nöte zu mildern, geht hier wieder voll die Debatte ab….
Blöd nur, dass der Sprecher der ÖVP sich mit seiner Sicht der Dinge nicht nur ins eigene, sondern auch in das Bein seiner Partei schießt 😮

Weil’s dazu passt: hier ein paar Argumente, wenn’s um das Grundeinkommen geht. Man muss nicht Blödsinn nachplaudern, wenn die Praxis erfolgversprechend ist!

IWF und Weltbank sind gegen das BIG (= bedingungslose Grundeinkommen). Vielleicht, weil es nicht der Globalisierung dient sondern „nur“ dem Wachstum lokaler Märkte? Welche Aktivitäten zur Verbesserung der Lage werden sonst gesetzt? Ja?

….

Vogelgrippe, saisonale Grippe, Schweinegrippe, Neue Grippe, …


Er hat gesprochen. Endlich. AT ist erlöst von den Qualen der täglichen Entscheidung: Impfen – ja oder nein?

Ein Blick in eine beliebige Zeitung (oder in’s nicht weniger hysterische Internetz): „Neue Grippe: Regel-Wirrwarr ärgert die Ärzte“; „Elfjährige erstes Todesopfer in Österreich“;  „Wieder ein Grippetoter“; „Neue Grippe: Die Zahlen explodieren“…
Sie verstehen, dass ich diesmal auf eine Verlinkung der einzelnen Pressemeldungen verzichte? Danke!

Unser oberster Gesundheitshüter, Herr Gesundheitsminister Alois Stöger, selbst ungeimpft, plädiert nun zu mehr Gelassenheit im Umgang mit der „Schweinegrippe“. Und präsentiert auch gleich interessante Zahlen, die ich so vereinigt in einem Artikel noch nicht fand (warum diese nur im Offlineartikel der Kleinen Zeitung vom 16.11.2009 genannt werden, konnte ich nicht eruieren…):

  • Infektionen in AT, Stand  gestern: 10.000 – 20.000
  • Davon gravierende Fälle: > 10
  • Geimpft wurden: ca. 100.000
  • Nebenwirkungsmeldungen: 22

Unter der Voraussetzung, dass der Höhepunkt der Infektionen noch nicht erreicht ist (der soll angeblich im Jänner sein) sowie unter Zugrundelegung der Einwohnerzahl AT’s (rund 8 Millionen) und der unrealistischen Annahme, dass der Impfschutz 100 % beträgt, ergeben sich folgende groben Schätzungen:

  • 1 von 400 holt sich die Infektion,
  • 1 von 4545 Geimpften hat Nebenwirkungen und
  • 1 von 800.000 Infizierten (= Ungeimpften) ist ein gravierender Fall.

Die letzte Zahl erinnert an die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes: Auf 1,2 Millionen Flüge westlicher Maschinen kam im Jahr 2008 laut Statistik ein Unfall!

Dagegen sollte man sich impfen lassen… 🙂

BTW: Kennen Sie die „European Scientific Working Group on Influenza“ (ESWI), die in Europa massiv vor der Grippe warnt und von Pharmafirmen finanziert wird? Nein?
Dann empfehle ich, hier weiter zu lesen 😦

Wenn’s nicht so traurig wäre,…


… müsste man ja lauthals lachen: Im Gefolge der derzeitigen (welt)wirtschaftlichen Situation ist abzusehen, dass die mageren Jahre noch länger nicht vorüber sind. Warum? Nun, wenn die Wirtschaft wieder anspringt, geht’s an’s Löcherstopfen der durch die diversen Staatshilfen entglittenen Budgets. Nicht nur hier in AT.

Was daran unterhaltsam ist? Na ja, wir hören schon die Vorzeichen: Einsparungen auf breiter Front sind nicht durchsetzbar, es geht nur via Erhöhung von Massensteuern/-abgaben,…

Wie waren doch die  Ergebnisse der Armutskonferenz, nachzulesen im Sozialbericht: „Über zwei Drittel besitzen keine nennenswerten Geldvermögen. Die Hälfte der privaten Haushalte verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens“ und weiter:  „Reichsten 10% besitzen 54% des gesamten Geldvermögens. Oberstes Promill soviel wie gesamte untere Hälfte aller Haushalte.“

Der Umkehrschluss: 90 % besitzen lediglich 46 % des gesamten Geldvermögens!

Wie lautet daher die ausgegebene Angstthese gegen die Vermögenssteuer, um eine Solidarisierung des „Mittelstandes“ mit den Bedürftigen zu verhindern, das Wahlvolk zu illuminieren UND gleichzeitig die Vermögenden zu schützen: „Das ist eine glatte Eigentumssteuer für den Mittelstand, die auch den hart verdienten Schrebergarten betreffen wird“.

Österreich hebt im internationalen Vergleich niedrige Vermögenssteuern ein: Während vermögensbezogene Steuern im OECD-Schnitt 2,0 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, sind es hierzulande nur 0,6 Prozent (Stand 2006).

Muss die allgemeine Politik(er)verdrossenheit noch weiter beleuchtet werden? Wohl kaum…