Bye, bye, eTel – ein Nachruf!


Noch gar nicht soooo lange her (2001), war es wirklich schwierig, in AT einen ADSL-Anschluss zu bekommen, ohne die Telekom als Provider zu akzeptieren. Das war das Zeitalter vor der Entbündelung: die Post stellte die (A)DSL-Basis (sozusagen die Leitung) zur Verfügung, der Provider den Rest (Zugang, Datenvolumen, etc.).

Es gelang nur wenigen sich durch zu fragen und das richtige Prozedere zu wählen, um z. B. die Leistungen eines alternativen Providers (in meinem Fall war das die UTA) zu beanspruchen.
Dass meine einjährige Beziehung zur UTA vor dem Handelsgericht mit einem Vergleich endete, ist eine andere Geschichte . . . .

Ich wechselte danach zu ETI, die Mitte 2002 von der eTel aufgekauft wurde. Seit dieser Zeit genoss ich freundlichen, hilfsbereiten Support – sofern dieser überhaupt notwendig war. An eine Downtime kann ich mich in all den Jahren nicht erinnern.

Auch die Produktgestaltung hinsichtlich Preis und Leistung musste sich (bisher . . . ) niemals hinter dem Mitbewerb verstecken.
Doch das ist leider alles . . . . Geschichte!

Ende 2006 wurde eTel von der Telekom Austria AG aufgekauft. Es gab Einsprüche gegen diese Fusion, denen leider nicht gefolgt wurde.

So nahm das Verhängnis seinen Lauf: vor wenigen Tagen erhielt ich einen Brief der eTel/Telekom, dass der bisherige Service aufgrund wettbewerbsrechtlicher Auflagen nicht aufrecht erhalten werden kann und mir eine neue Vereinbarung angeboten werden wird (keine weitere Information dazu in diesem Brief!).

Und wenn mir die nicht gefällt, kommt es mit 01.10.2007 zur (einseitigen) Vertragskündigung!

Wie lautet doch schnell die derzeitige Werbung der Telekom?
Ahhh jaaa: „mehr AON, mehr (Kündigungs)Möglichkeiten!“

Das Providersterben nimmt also wirklich seinen (weiteren) Lauf. Nach der Inode-Übernahme durch UPC hat – so wie andere auch mich – die Vergangenheit eingeholt und ich stehe jetzt dort, wo ich schon mal war. Bravo, Andy!

Die einen meinen: wenigstens super, dass die Regulierungsbehörde (RTR) nicht aus ihrem tiefen Schlaf geweckt wurde!
Die anderen: war dem VAT der Weg zum Kartellgericht zu steinig? Gab es Nebenabsprachen, deren Inhalt die Öffentlichkeit nie erfahren wird (pdf)? Oder lag es schlicht und ergreifend wirklich nur am mangelnden wirtschaftlichen Erfolg?

Aber so negativ möchte ich nicht schließen: an dieser Stelle mein aufrichtiger Dank an die gesamte Mannschaft der „alten“ eTel, die mich niemals im Stich gelassen hat!

Und das ist eine Leistung, weil ich wirklich penetrant penibel sein kann. An alle im Support tätigen, an die Techniker, die Buchhaltung, etc.: VIELEN HERZLICHEN DANK!

So leid es mir tut, aber unsere Wege trennen sich nun. Der Geist, die Macht und die Produkte des neuen Eigentümers sind nicht mit meinen Vorstellungen vereinbar.

Ich wünsche ihnen allen daher aus ganzem Herzen alles Gute für ihren weiteren beruflichen Werdegang und auch sonst alles, was sie sich wünschen!

In diesem Sinne: GOOD BYE!

Abschied