Und ewig lockt die DSLR??


Da die Urlaubszeit – wahrscheinlich nicht nur für mich – immer auch Fotozeit ist, hatte ich genug Zeit, mich wieder mit meiner Lumix DMC-FZ7 (eine Bridgecam aus 2006 von Panasonic mit einer Optik von Leica) zu beschäftigen. Obwohl ich grundsätzlich mit der Cam sehr zufrieden bin – habe sie gebraucht 2007 ersteigert – verspüre ich doch zwei nicht unwesentliche Einschränkungen: zum einen fehlt mir manchmal ein echtes Weitwinkel (meine Lumi fängt beim KB-Äquivalent 35mm an), zum anderen läßt die (damals) verbaute Bildengine ohne Qualitätsabstriche keinen höheren ISO-Wert als 80, maximal 100 zu. Damit ist Restlichtfotographie, von mir früher gern ausgeführt, eine Illusion…

Nachdem meine Freunde mit überwiegender Mehrheit mit DSLR’s „herumbüdln“, habe ich mich an den (wenigen) Regentagen den derzeitigen Angeboten gewidmet. Als typischer Stellvertreter einer Einsteiger-DSLR mit guter Bewertung habe ich die Nikon D60 ausgemacht. Doch je mehr ich mich in die Materie hinein arbeitete, desto weniger überzeugten mich das Konzept, das Modell und die Prinzipien. Verglichen mit meiner derzeitigen Gerätschaft habe ich für meine (Amateur)Bedürfnisse folgende Punkte gefunden, die mich stören:

  1. Nikon verbaut Kunststoff-Bajonette auf seinen Objektiven. Das mag durchaus funktionieren und (vielleicht) auch keine Einschränkung sein, sehr wertig und schön ist es nicht.
  2. Keine Spiegelvorauslösung möglich (?).
  3. Weil’s zum vorigen passt: das Konzept der DSLR mit Pentaprismensucher ist m. E. technisch überholt
  4. Eine D-/SLR, aber ohne Möglichkeit der Abblendung zwecks Kontrolle der Schärfentiefe. Ist das nicht einer der wichtigen Gründe, sich überhaupt eine D-/SLR anzutun??
  5. Die gelieferten Kit-Zooms sind Suppenzooms: die blinden Dinger, obwohl nur 3-fach Zooms, haben eine Mindestlichtstärke von Blende 3,5. Das ist eine halbe Blende mehr als mein derzeitiges 12-fach Zoom…
  6. Der verbaute Bildsensor verträgt aufgrund seiner Größe natürlich eine höhere ISO-Zahl. Trotzdem macht das Objektiv das Foto, und es kostet teuer, für Availablelight, verbesserte Freistellung, etc. eine feste Brennweite mit höherer Lichtstärke zu wählen: Nikon nimmt für das 28mm/2.8 nicht unter € 277,-… 
  7. Wie schaut das bei den Nikon-Zooms aus? Ein 80-200mm/2,8 kostet vierstellig. Hallo, ist da wer??
  8. Hat man also mächtig investiert, um seinen Auftritt profimäßig zu gestalten, fängt das Herumgeschleppe des Linsengerichtes an. Wie oft wird man sich das antun?
  9. Endlich mit Cam am Ort des Geschehens, empfängt den Fotografen das Herumgewechsle der Objektive (natürlich nur für den Fall, das der Leibeigene mit dem zweiten Kamerabody frei hat :).
  10. Uuups… die Dinger können ja nur Fotografieren und kein Video drehen 😦
    Na ja, vielleicht hat Mum ihre schnuckelige Einfachdigi mit, um Paps aus der Patsche zu helfen 😉
  11. Und weil wir ja beim Live-View gespart haben, sehen wir die Fehlbelichtung erst nach dem Shot.
  12. Apropos Live-View: Ausschnittwahl ohne die Kamera zum Auge nehmen zu müssen hat mir die besten Portraits beschert! 
  13. Die Abstimmung der Bildengine mit dem verwendeten Objektiv ermöglicht das „Rausrechnen“ von Abbildungsfehlern, die bei jedem Objektiv entstehen (auch beim besten!). Wie gut wird das wohl funktionieren, wenn ich vorne was raufschraube, was die die Cam nicht kennt?
  14. Und zu guter Letzt: Wenn ich meine Pics mit denen meiner DSLR-Friends vergleiche, brauche ich meine zumindest nicht verstecken.

Sorry, überzeugt mich alles nicht!

Dazu kommen Situationen, wie ich sie jetzt im Urlaub erlebte: zwei Rehe stehen rechts am Feld, weiter entfernt, wir fahren mit dem Auto vorbei. Ich bleib stehen, lasse das Fenster runter, greife nach der umgehängten Cam, Objektivdeckel runter und einschalten, zoomen auf 432 mm (entsprechend Kleinbild) – klick, klick… weg waren sie!

So gesehen, hätte mir eine DSLR schon was erspart: das Stehenbleiben!

Advertisements

Pentax Super A


Ach, was war ich in den 80igern (dieses Jahrhunderts . . . ) stolz auf meine frisch herausgekommene, brandneue Kamera!

Hatte sie doch eine TTL-Blitzmessung, ein beleuchtetes Display (im Sucher!) und alle erdenklichen Automatiken zur Belichtungssteuerung. Für mich war eines klar: eine Weiterentwicklung im Kamerabau ist nicht mehr möglich. Was sollte schließlich noch alles automatisiert werden?

Selbst als wenig später die ersten (und recht lahmen) Autofokus-SLR’s erschienen, war ich der Überzeugung, dass es sich dabei lediglich um eine kurzfristige Modeerscheinung halten würde.

Dass wir zwanzig Jahre später Features wie ein Bildstabilisierungs-System, automatische ISO-Kontrolle, Speicherkarte statt chemischer Film, Weißabgleichautomatik, ein lichtstarkes 12-fach-Zoom, etc. haben werden . . . dass konnte damals aber wirklich keiner wissen, oder?

Und so fachsimpeln wir heute über Dateiformate, Bildrauschen und sonstige technische Details, wie wir es früher über die Abstimmung der kamerainternen Belichtungssteuerung und die Vergütung des Objektives gemacht haben.

In der Zwischenzeit schwillt die Bilderflut technisch gelungener Pics mit der gleichen Geschwindigkeit an, als die Aussagekraft der Shots schwindet . . . . 😦

Darüber nachzudenken sollte sich lohnen!

Pentax                             FZ7