Sie haben sich diesmal wirklich angestrengt, scheint mir!


Über das vorletzte OS von Microsoft ein Wort zu verlieren, wäre Eulen nach Athen tragen. Es gab vielerlei Gründe, warum ich diese Wahl keinen empfahl, der mich danach fragte.

Doch mit Windows 7 scheint nun wirklich – und aus meiner Beobachtung seit Win98 erstmalig – die Spur einer Trendwende realisiert worden zu sein. Nach drei erfolgreichen privaten Installationen auf unterschiedlichstem Gerät (der mir zur Verfügung gestellten Version „Ultimate“), nämlich vom 1,3 GHz-Celeron-Notebook mit 1,25 GB RAM sowie Grafik-on-board bis zum Dual-Core 2,50 GHz mit 2 GB RAM und 512 MB GPU hinterlässt es einen wirklich guten Eindruck.:

  • Verbesserte Skalierbarkeit: Trotz fehlender „Grafikstärke“ auf (zusätzlich) schwacher HW ist es optisch ansprechend (obwohl mit fehlenden Gimmicks) und die Performance scheint gegenüber XP kaum gelitten zu haben (einziges „Tuning“ meinerseits: Abschalten der Indizierung, der Komprimierung und diverser Dienste).
  • Mit Betrieb der Microsoft Security Essentials (kostenloses Security-Tool) und dem automatischen Durchführen der Defragmentierung sowie dem diskreteren Umgang mit Infomeldungen an den User herrscht mehr Ruhe am Monitor (und damit auch beim Anwender… :).
  • Auch die Einrichtung eines zentralen „Windows Update“ inklusive anderer Produkte von MS hat man gut, wenn auch nicht so umfangreich wie von Linux-Distributionen gewohnt, kopiert *g*
  • Der Umgang mit der Rechteverwaltung bei anstehenden Installationen unter Usern ohne Admin-Rechte erinnert auch ein bisschen an… ihr wisst schon 🙂

Erstaunlich ist nur, dass man sich des – angeblich bereits kurz nach Veröffentlichung bekannt gewordenen – Umgehens der Aktivierung mittels eines “ Windows 7 Rtm 7600 Loader“ nicht weiter angenommen hat und so illegalen Kopien Vorschub leistet…

Diese Meldung entnahm ich Ende Oktober von MS-freundlicher Seite:
„Es gibt in Deutschland bereits mehr Windows 7 User als MacOSX (5,57% zu 4,26%). Oder anders gesagt: Windows hat gerade mal eine Woche gebraucht um die 20 Jahre Mac einzuholen.“

Ein Schelm wohl ist wer denkt, zwischen „Verbreitung“ und „illegalen Kopien“ einen Zusammenhang zu entdecken 🙂

OS-Watch: Das Trio!


Linux Mint 5 „Elyssa“ (Xfce) habe ich also nunmehr in die „Produktion“ übernommen. Dadurch wurde die Experimentalplatte natürlich wieder frei . . . . was könnte man da wohl diesmal draufklatschen?

Der Zufall (oder sonstwer . . .) wollte es, dass mir eine Beta von MS Windows 7 in die Hände fiel (oder so ähnlich . . .). Was nun folgte, war die unvermeidbare Fragestellung: wie würde sich dieses OS auf meinem ThinkPad R50e (Celeron 1,3 MHz; 512 MB RAM; Intel Grafik on Board; 4200 rpm) wohl schlagen? Würde sich die Gerätschaft überhaupt zum Booten bewegen lassen? Was sind die Ergebnisse eines Duells zwischen einer zwei Jahre alten MS Windows XP SP3-Installation, Linux und einem frisch installierten MS Windows 7 Beta?

Die Installation von der DVD verlief reibungslos und mit nur minimalen Eingriffen. Währenddessen wurden auch bereits erste Updates gedownloadet.  Leider gibt es von Windows keine Live-Versionen, die einen Check ohne vorherige Installation ermöglichen . . .

Nach dem ersten Start wurde nach Treibern gesucht und recht bald war klar: schneller wurde meine Rodel nicht 🙂
Die gefühlte Geschwindigkeit lag bei der Hälfte des Gewohnten. Das wollte ich genauer wissen und warf die Systemsteuerung an und langte nach der Stoppuhr. Was war das Ergebnis der Messungen? (Speedkings unter euch bitte die folgenden Zahlen einfach überlesen . . . )

Das System belegt auf der HD . . .
1) Linux Mint „Elyssa“: 2.5 GB (inkl. Bildbearbeitung, Office, blablaba . . )
2) MS Windows XP SP3: 4,5 GB
(inkl. Bildbearbeitung, Office, blablaba . . )
3)
MS Windows 7 Beta: 6 GB (ohne zusätzliche Installationen und ohne Restore-Point)

Das System benötigt im Ruhezustand Arbeitsspeicher in der Höhe von . . .
1) Linux Mint „Elyssa“: 177 MB
2) MS Windows XP SP3: 285 MB
3)
MS Windows 7 Beta: 311 MB

Vom Booten über Anmelden am Rechner bis zur Anlage eines *.txt-Files auf dem Desktop vergingen (wie schaut der Unterschied wohl mit einem installiertem Office-Paket aus?) . . .
1) MS Windows XP SP3: 75 sec.
2) Linux Mint „Elyssa“: 92 sec.
3)
MS Windows 7 Beta: 119 sec.

Vom Starten des Browers bis zum Ende des Ladens der Startseite „derstandard.at“ dauerte es . . .
1)
MS Windows 7 Beta: 18 sec. (Internet Explorer)
2) Linux Mint „Elyssa“: 21 sec. (Firefox)
3) MS Windows
XP SP3: ? (IE ist dort „deinstalliert“ und mein FF streikte . . . )

Die Zeitspanne vom Booten und Anmelden bis zum Leerlauf des Rechners betrug . . .
1)
MS Windows 7 Beta: 110 sec.
1) Linux Mint „Elyssa“: 110 sec. (allerdings inkl. manueller Auswahl des OS infolge Dualboot und Autostart von Skype)
2) MS Windows XP SP3: 120 sec. (allerdings inkl. manueller Auswahl des Users und Autostart von Skype)

Surprise, surprise . . . .  😮

Es stellt sich daher die Frage, ob das offensichtlich subjektive Zeitempfinden seine Wurzel im responsiveren Verhalten von Linux Mint hat . . . i waas es ned . . . 😉

Nach diesen – sicher mit einem gewissen Maß an Ungenauigkeit und Dilletantismus aufgezeichneten Werten – was lässt sich sonst noch über MS Windows 7 Beta sagen?
– Das Schriftbild meinen Bedürfnissen anzupassen (ich mag diese verwaschene Suppe nicht) gelang lediglich für Browserinhalte und Dokumente;

– Wie bei MS üblich, wurde dem OS keine „gscheite“ Anwendungssoftware beigepackt, es gibt kein zentrales Repository, wo diese bezogen werden kann, weiterhin werden Mülldateien erzeugt, die der manuellen (!!) Bereinigung harren, die Vornahme von Defragmentierungen ist weiterhin erforderlich, . . .
– Es erkannte *.pls-Dateien (Musikstreaming via Shoutcast) nicht und führte mich im Anschluss an meinem erfolglosen Hörversuch zu einem „Partnerunternehmen“, der mir sein Registrierungsbereinigungsprogramm aufschwatzen wollte!
Nicht nur, dass das dieses Problem (natürlich) nicht löst, empfinde ich das Verhalten als sensationell ungustiös 😮
– Die Wahl eines anderen Bildschirmschoners wurde mir unter Hinweis auf meine Grafikkarte verunmöglicht: Leute, soll ich euch zeigen, was alles mit dieser Graka möglich ist?

Meine persönliche Conclusio:
Wenn jemand MS Windows braucht (oder glaubt zu brauchen), dann lässt die Vorabversion vermuten, dass im Gegensatz zu Vista der Grad des „Nervens“ (auch infolge eines verbesserten UAC) geringer ausfallen wird. Der vieler Orten gepriesene Leistungsschub wird nicht stattfinden, jedoch lassen sich Optimierungen im Vergleich zu Vista ausmachen (Arbeitsspeicher, Installationsgröße, UI).
Alle, die Vista installiert haben, besitzen die technische Voraussetzung, dass Seven auf vorhandener Hardware gut (maybe sogar performanter) laufen wird. Ein Wechsel bedeutet: nochmals die Börse zücken 😦
Jene die mit XP werken, können (ohne Nachteil) entweder dabei bleiben oder haben (höchstwahrscheinlich) beim zukünftigen Umstieg die besseren Karten als beim Umstieg auf Vista.

Und für alljene, für die Fortschritt bedeutet, mit begrenzten Ressourcen besser das Auslangen zu finden und nicht, sie durch als Innovation getarnte Behübschungen zu vernichten . . . . für die war schon vorher alles klar, oder?

kutschekutsche1kutschenfahrtburgenland

Richtig minzig, hier!


Ich sprach mit einem unserer Admins über Festplatten in ThinkPads, als ich kurze Zeit später eine 10 GB „große“ HD auf meinem Tisch liegen hatte.

Da er der Meinung war, dass der Wechsel sekundenschnell geht und lediglich eine Schraube weit entfernt liegt, hab‘ ich zuhause doch gleich selbst Hand angelegt: recht hat er gehabt! (BTW: auf der US-Site von Lenovo gibt’s dazu sogar ein kleines Tonfilmchen).

Als ich das ThinkPad bootete, erschien der Screensplash von Windows 98 -o Scheint ja wirklich nicht mehr die letzte HD-Generation zu sein, die ich da vererbt bekam *g*

Windows suchte verzweifelt nach PCI-Treiber, die es natürlich auf meinem viel neueren (weil nicht einmal 4 Jahre alten) R50e nicht fand. Noch etwas viel auf: die IBM Travelstar-Platte lief mit gut wahrnehmbaren Geräusch, ähnlich einem leisen Surren. Das war also, vor fast 8 Jahren, exakt am „13MAR01“, der Stand der Technik . . .

Ich habe die Retroplatte von ihrem Leiden erlöst und Linux Mint 5 „Elyssa“ aufgezogen. Manche berichten von langen Downloadzeiten und wählen deshalb den Torrent-DL, was in meinem Fall aber nicht nötig war.
Linux Mint ist ein Derivat, das auf Ubuntu aufbaut und auch dessen Pakete verwendet. Augenscheinliche Unterschiede konnte ich nach zwei Tagen damit nur im geänderten GUI und der – out-of-the-box – besseren Unterstützung von Multimediacodecs sowie der Hinzufügung kleinerer Tools finden.

Die Installation von Linux Mint war, auch dadurch, dass keine weitere Partionierung vorzunehmen war, rasch erledigt. Genauer gesagt: an Einfachheit kaum überbietbar, überhaupt wenn eine Verbindung mit dem Internet besteht, weil bereits bei der Aufspielung die ersten Aktualisierungen abgeholt werden.

Die wirklich einzige Geschichte, die ich dringlich zu erledigen hatte, war die Integration der MS-Fonts, um dann „Arial“ als Systemschrift zu verwenden. Die voreingestellte Schrift „Sans“ entpuppte sich auf dem Notebook als nahezu unlesbar.

Was meint Distrowatch dazu?
„Linux Mint is an Ubuntu-based distribution whose goal is to provide a more complete out-of-the-box experience by including browser plugins, media codecs, support for DVD playback, Java and other  components. It also adds a custom desktop and menus, several unique configuration tools, and a web-based package installation interface. Linux Mint is compatible with Ubuntu software repositories.“

Sehe ich auch so: frisch & minzig!

Demnächst gehts dann zur Reifeprüfung: ich werde mit dieser Gerätschaft die Musikuntermalung bei unserer diesjährigen Firmen-Weihnachtsfeier bestreiten. Wenn sich dann Interessierte über die Maschine beugen und die Oberfläche inspizieren . . . werde ich einfach was von „Windows 7“ erzählen: neues Dateisystem, neue Oberfläche, dazu noch sicherer und besser skalierbar *g*

PS: natürli werde ich das – nach den erstaunten Blicken – richtigstellen 🙂

menthe